- Fühlen: Das Papier der Euro-Banknoten besteht aus reiner Baumwolle, was ihm eine besondere Griffigkeit und Festigkeit verleiht. Es fühlt sich anders an als normales Druckpapier. Achten Sie auch auf den fühlbaren Reliefdruck. Dieser ist bei bestimmten Elementen des Scheins (Schriftzug “EZB”, Hauptmotiv, Wertzahl) deutlich ausgeprägt. Sie sollten ihn mit den Fingerspitzen spüren können.
- Sehen: Halten Sie die Banknote gegen das Licht. Mehrere Merkmale werden dabei sichtbar:
- Wasserzeichen: Im unbedruckten Bereich erscheint ein verschwommenes Bild (Motiv der Banknote, die Wertzahl). Bei der Europa-Serie ist es ein Porträt der mythologischen Figur Europa.
- Sicherheitsfaden: Ein dunkler Faden, der in den Schein eingebettet ist. Im Gegenlicht wird er als durchgehende Linie sichtbar, auf der die Wertzahl und das Euro-Symbol (€) zu erkennen sind.
- Durchsichtsregister: Auf der Vorder- und Rückseite sind Teile der Wertzahl gedruckt. Wenn Sie den Schein gegen das Licht halten, ergänzen sich die Teile exakt zur vollständigen Wertzahl.
- Porträt-Fenster (nur Europa-Serie €20, €50, €100, €200): Halten Sie die Banknote gegen das Licht. Im oberen Bereich des Hologramms wird ein transparentes Fenster sichtbar, in dem ein Porträt der Europa im Wasserzeichen erscheint (auf beiden Seiten des Scheins sichtbar).
- Kippen: Neigen Sie die Banknote hin und her. Verschiedene Merkmale ändern dabei ihr Aussehen:
- Hologramm (auf dem Silberstreifen): Bei der ersten Serie wechselt das Hologramm zwischen Motiv und Wertzahl. Bei der Europa-Serie zeigt das Hologramm-Element (Streifen oder Flicken) das Porträt der Europa, das Hauptmotiv und die Wertzahl.
- Glänzender Streifen (nur Rückseite kleiner Werte – €5, €10, €20 erste Serie): Ein goldener Streifen, der beim Kippen glänzt und die Wertzahl sowie das Euro-Symbol zeigt.
- Optisch variable Farbe (OVI – große Werte erste Serie: €50, €100, €200, €500): Die große Wertzahl auf der Rückseite wechselt beim Kippen die Farbe (meist von Violett zu Olivgrün oder Braun).
- Smaragdzahl (Europa-Serie – €10, €20, €50, €100, €200): Die glänzende Wertzahl auf der Vorderseite erzeugt beim Kippen einen Lichtbalken, der sich auf und ab bewegt. Die Farbe der Zahl ändert sich dabei von Smaragdgrün zu Tiefblau.
Hier ist eine Übersichtstabelle, die Ihnen hilft, die wichtigsten Merkmale der beiden Euro-Serien zu vergleichen:
| Sicherheitsmerkmal | Erste Serie (Ausgabe 2002) | Europa-Serie (Ausgabe ab 2013) | So prüfen Sie es |
|---|---|---|---|
| Papier | Reiner Baumwollstoff | Reiner Baumwollstoff | Fühlen: Fest und griffig. |
| Fühlbarer Reliefdruck | Deutlich fühlbar (Hauptmotiv, Schrift) | Deutlich fühlbar (Hauptmotiv, Wert, Schrift) | Fühlen: Mit den Fingern ertasten. |
| Wasserzeichen | Motiv der Banknote, Wertzahl | Porträt der Europa, Motiv, Wertzahl | Sehen: Gegen Licht halten. |
| Sicherheitsfaden | Dunkler Faden, Aufschrift | Dunkler Faden, Aufschrift (€ und Wertzahl) | Sehen: Gegen Licht halten, durchgehend. |
| Durchsichtsregister | Teile auf Vorder- und Rückseite bilden Wert | Teile auf Vorder- und Rückseite bilden Wert | Sehen: Gegen Licht halten, passgenau. |
| Hologramm/Hologrammstreifen | Wechselmotiv, Wertzahl auf Streifen/Flicken | Porträt der Europa, Motiv, Wertzahl auf Streifen/Flicken | Kippen: Motiv wechselt. |
| Glänzender Streifen | Goldener Streifen (nur €5-€20) | Nicht vorhanden | Kippen: Glänzt, zeigt € und Wert. |
| Optisch variable Farbe (OVI) | Wertzahl wechselt Farbe (€50-€500) | Nicht vorhanden | Kippen: Zahl wechselt Farbe. |
| Smaragdzahl | Nicht vorhanden | Glänzende Wertzahl mit Lichtbalken (€10-€200) | Kippen: Farbe wechselt, Lichtbalken bewegt sich. |
| Porträt-Fenster | Nicht vorhanden | Transparentes Fenster mit Europa-Porträt (€20-€200) | Sehen: Gegen Licht halten. |
Was tun, wenn Sie Falschgeld vermuten?
Dies ist der wichtigste Teil. Wenn Sie eine Banknote erhalten und beim Prüfen Zweifel an der Echtheit haben, ist schnelles und korrektes Handeln entscheidend.
Folgende Schritte sollten Sie unbedingt befolgen:
- Nehmen Sie die Banknote nicht an, wenn möglich: Wenn Sie den Verdacht haben, bevor Sie die Banknote annehmen (z. B. an der Kasse), weisen Sie die Person darauf hin und bitten Sie um eine andere Banknote. Bitten Sie eventuell einen Vorgesetzten hinzu.
- Geben Sie die verdächtige Banknote nicht weiter: Dies ist der kritischste Punkt. Versuchen Sie niemals, die Banknote wieder in Umlauf zu bringen. Das ist eine Straftat!
- Halten Sie die verdächtige Banknote separat: Mischen Sie sie nicht mit echtem Geld. Bewahren Sie sie sicher auf, am besten in einem Umschlag.
- Notieren Sie sich Details: Wenn Sie die Banknote bereits angenommen haben, versuchen Sie, sich an die Person zu erinnern, von der Sie sie erhalten haben: Aussehen, Geschlecht, Alter, besondere Merkmale. Notieren Sie sich Datum, Uhrzeit und Ort des Vorfalls.
- Informieren Sie umgehend die Polizei: Gehen Sie zur nächsten Polizeidienststelle oder rufen Sie die Polizei an. Geben Sie die verdächtige Banknote dort ab und schildern Sie den Vorfall mit den notierten Details.
- Alternativ (oder zusätzlich): Sie können Falschgeld auch bei einer Filiale der Deutschen Bundesbank oder Ihrer Hausbank abgeben. Diese sind verpflichtet, die Banknoten einzuziehen und an die Bundesbank zur Prüfung weiterzuleiten. Die Bundesbank prüft die Echtheit und leitet den Fall gegebenenfalls an die Strafverfolgungsbehörden weiter.
- Wichtig: Sie erhalten keinen Ersatz für das abgegebene Falschgeld – weder von der Polizei, noch von den Banken.
Prävention und zusätzliche Tipps
- Seien Sie aufmerksam: Besonders in Stresssituationen, bei schlechter Beleuchtung oder wenn Sie es eilig haben, ist die Gefahr, Falschgeld zu übersehen, höher. Nehmen Sie sich kurz Zeit für die Prüfung.
- Prüfen Sie mehrere Merkmale: Verlassen Sie sich nicht nur auf ein Merkmal. Führen Sie die “Fühlen, Sehen, Kippen”-Methode vollständig durch.
- Trainieren Sie Ihr Personal (als Geschäftsinhaber): Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter die Sicherheitsmerkmale kennen und wissen, wie sie Falschgeld erkennen und im Verdachtsfall handeln müssen.
- Nutzen Sie Prüfgeräte (optional): Es gibt verschiedene Geräte wie UV-Lampen, Stifte oder automatische Prüfgeräte. UV-Lampen machen bestimmte im Scheinpapier enthaltene Fasern sowie UV-Farben sichtbar (nicht alle Euro-Banknoten haben UV-Farben, die erste Serie hat farbige Fasern). Prüfstifte reagieren auf die chemische Zusammensetzung des Papiers (echtes Baumwollpapier hinterlässt keinen Strich oder einen Strich, der verschwindet; Falschgeld auf normalem Papier hinterlässt einen dunklen Strich). Achtung: Prüfstifte sind nicht 100% zuverlässig und erkennen nicht alle Fälschungen. Professionelle Prüfgeräte sind am sichersten, aber auch teurer.
- Informieren Sie sich: Bleiben Sie über neue Sicherheitsmerkmale der Banknoten auf dem Laufenden (z.B. über die Website der EZB oder der Bundesbank).
Rechtliche Aspekte kurz zusammengefasst
- Das Herstellen, Beschaffen und Verbreiten von Falschgeld ist nach deutschem Recht eine Straftat.
- Auch das wissentliche oder unwissentliche Weitergeben von Falschgeld ist strafbar (§ 147 StGB – Inverkehrbringen von Falschgeld).
- Sie sind verpflichtet, Falschgeld, das Sie als solches erkennen oder vermuten, bei der Polizei oder einer Bundesbankfiliale abzugeben.
- Sie haben keinen Anspruch auf Ersatz des Wertes von Falschgeld, das Sie abgegeben haben oder das beschlagnahmt wird.
Fazit
Der Umgang mit Bargeld birgt immer das geringe Risiko, auf Falschgeld zu stoßen. Indem Sie die grundlegenden Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten kennen und die einfache “Fühlen, Sehen, Kippen”-Methode anwenden, können Sie das Risiko für sich und Ihr Unternehmen erheblich minimieren. Seien Sie wachsam, vertrauen Sie Ihren Sinnen und zögern Sie nicht, verdächtige Banknoten den Behörden zu melden. Ihr Beitrag hilft, die Integrität unserer Währung zu schützen.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Kann ich mein Geld zurückbekommen, wenn ich Falschgeld erhalten habe? Nein. Leider gibt es keinen Ersatz für Falschgeld, das Sie erhalten und abgegeben haben. Es ist ein verlorener Wert.
- Was passiert, wenn ich versehentlich Falschgeld weitergebe? Auch das versehentliche Weitergeben von Falschgeld ist potenziell strafbar. Es ist Ihre Pflicht, Falschgeld, das Sie als solches erkennen oder vermuten, bei den Behörden abzugeben. Wenn Sie es unwissentlich weitergeben und es später entdeckt wird, wird es Ihnen abgenommen, und Sie haben den Verlust. Es kann auch zu Ermittlungen kommen, um festzustellen, woher das Falschgeld stammt.
- Woher weiß ich, ob mein Prüfgerät zuverlässig ist? Automatische Prüfgeräte, die Banknoten auf mehrere Sicherheitsmerkmale überprüfen, sind in der Regel zuverlässiger als Stifte oder einfache UV-Lampen. Die Deutsche Bundesbank führt Tests durch und veröffentlicht Listen von Geräten, die erfolgreich getestet wurden und Falschgeld zuverlässig erkennen (siehe Website der Bundesbank).
- Welche Banknoten werden am häufigsten gefälscht? Historisch waren es oft die €50 und €20 Scheine. Mit der Einführung der Europa-Serie entwickeln sich die Fälschungsaktivitäten weiter. Es ist wichtig, alle Banknotenwerte sorgfältig zu prüfen.
- Was mache ich, wenn ein Kunde versucht, mir Falschgeld zu geben? Nehmen Sie die Banknote nicht an. Sagen Sie dem Kunden, dass Sie den Verdacht haben, dass die Banknote nicht echt ist, und bitten Sie um eine andere. Bleiben Sie ruhig und freundlich. Rufen Sie im Zweifelsfall einen Vorgesetzten oder die Polizei. Versuchen Sie nicht, die Person festzuhalten, aber prägen Sie sich ihr Aussehen gut ein.
- Wo kann ich weitere Informationen zum Thema Falschgeld finden? Umfassende und aktuelle Informationen finden Sie auf der Website der Deutschen Bundesbank (falschgeldkauf.de) und der Europäischen(falschgeldkauf).
